Die Ölpreise sind am Donnerstag kräftig gestiegen, ausgelöst durch Berichte, die USA könnten Iran noch vor den Kongresswahlen im November erneut angreifen. Brent schloss bei 104,28 Dollar je Barrel, ein Plus von 4 Prozent, US-Öl bei 91,49 Dollar. Diesel-Futures sprangen im europäischen Handel um 6 Prozent. An der Wall Street gaben der S&P 500 um 0,5 und der Nasdaq um 1,2 Prozent nach. Präsident Trump versprach daraufhin überraschend, vor den Midterms keine Luftangriffe wieder aufzunehmen. Die Märkte nahmen das zur Kenntnis und kauften trotzdem Öl.

Das ist die eigentliche Nachricht: Eine Zusage des US-Präsidenten hat an den Rohstoffbörsen inzwischen etwa die Halbwertszeit eines Wetterberichts. Zumal das Versprechen zeitlich bemerkenswert präzise ist. Frieden bis zur Wahl ist kein Friedensplan, sondern ein Wahlkampfkalender.

Die Weltwirtschaft verfügt über die modernsten Prognosemodelle der Geschichte. Sie werden trotzdem von einem einzigen Post auf Truth Social verschoben.

Für Deutschland ist der Diesel-Sprung die relevante Zahl. Speditionen, Handwerk und Pendler zahlen die Risikoprämie direkt an der Zapfsäule, lange bevor ein einziges Fass tatsächlich ausfällt. Die Straße von Hormus ist seit Kriegsbeginn Ende Februar weitgehend blockiert. Die Finanzbranche nennt das „geopolitische Risikoprämie“. An der Tankstelle heißt es einfach: teurer.

Was wirklich passiert ist

  • Am 8. Oktober 2026 schloss Brent bei 104,28 Dollar (+4 %), WTI bei 91,49 Dollar (+3,6 %). Diesel-Futures stiegen in Europa um 6 %. Auslöser waren Berichte über mögliche neue US-Angriffe auf Iran. NBC News
  • Trumps Zusage, vor den Midterms keine Luftangriffe gegen Iran aufzunehmen, kehrte den Preisanstieg nicht um. Al Jazeera