Die niederländische Bahngesellschaft NS will die Ticketpreise erneut anheben, der tägliche Weg zur Arbeit wird für Millionen Fahrgäste teurer. Das Unternehmen kämpft mit steigenden Kosten für Löhne, Wartung und Energie und erklärt, höhere Fahrpreise seien nötig, um den Bahnbetrieb am Laufen zu halten. Leider erleben Fahrgäste, die schon jetzt ordentlich zahlen, weiterhin Verspätungen, überfüllte Wagen und ausgefallene Züge. Zuverlässigkeit bleibt offenbar freiwillig, die Zahlung dagegen wird streng durchgesetzt.

Die Preiserhöhung führt ein aufregendes neues Konzept ein: mehr zahlen für eine Leistung, die vielleicht kommt, vielleicht auch nicht. Eingeklemmt zwischen zwei Fremden in einem überfüllten Wagen zu stehen, gilt bald als Premiumreise, und das Warten auf einem eiskalten Bahnsteig wird zum exklusiven Outdoor-Erlebnis. Die NS betont, Investitionen seien unverzichtbar für besseren Nahverkehr, was die spannende Frage aufwirft, wie viele teure Tickets verkauft werden müssen, bis ein Zug tatsächlich pünktlich kommt.

Die Regierung ermuntert die Bürger derweil, das Auto stehen zu lassen und auf nachhaltige Mobilität umzusteigen. Ein bewundernswertes Ziel, vorausgesetzt, man kann sich die Alternative leisten.

Der Zug mag verspätet, ausgefallen oder völlig überfüllt sein, aber die Rechnung kommt mit bemerkenswerter niederländischer Pünktlichkeit.

Was wirklich passiert ist

  • Die NS kündigte im Oktober 2026 an, die Fahrpreise ab 1. Januar 2027 im Schnitt um 4,7 Prozent zu erhöhen, zum dritten Mal in Folge über der Inflation. Begründung: neue Züge, gestiegene Kosten und Nachholen der Inflation früherer Jahre. Der Fahrgastverband Rover kritisierte die Erhöhung.
  • Quellen: DutchNews, IamExpat