Irans Armee hat am Mittwoch erklärt, sie werde notfalls präventiv angreifen, um „Aggressionen“ zuvorzukommen. Armeesprecher Mohammad Akrami-Nia nannte solche Einsätze legitim, solange sie notwendig, dringlich und verhältnismäßig seien, und verwies auf einen Raketenangriff auf einen US-Stützpunkt in Jordanien im Juli als Beispiel. Die Militärdoktrin sei von defensiv auf offensiv umgestellt worden. Parallel erklärte Mohammad Reza Naqdi, Berater der Revolutionsgarden, die Straße von Hormus sei geschlossen und bleibe es, bis Irans Forderungen erfüllt seien.
Die Zahlen dahinter sind drastisch: Statt rund 125 Schiffen am Tag vor dem Krieg, der Ende Februar mit amerikanisch-israelischen Angriffen begann, passieren derzeit im Schnitt etwa 10 die Meerenge. Einen Tag später trafen iranische Angriffe zwei Tanker außerhalb der Straße. Gleichzeitig stellt Washington öffentlich infrage, wie viel Macht Präsident Masoud Pezeshkian und Außenminister Abbas Araghchi überhaupt noch haben.
Präventivschlag ist ein schönes Wort. Es bedeutet: Wir verhindern den Krieg, indem wir ihn vorsichtshalber anfangen.
Diplomatische Kanäle über Katar, Pakistan und China sind offen, Fortschritte gibt es kaum. Beide Seiten wollen Stärke zeigen, ohne einen größeren Krieg auszulösen. In der Theorie funktioniert das hervorragend. In der Praxis hält jede Seite die eigenen Drohungen für Abschreckung und die der anderen für Provokation.
Was wirklich passiert ist
- Armeesprecher Akrami-Nia kündigte am 7. Oktober 2026 mögliche Präventivschläge an. IRGC-Berater Naqdi erklärte die Straße von Hormus für geschlossen. Washington stellte die Machtverteilung zwischen Pezeshkian, Araghchi und dem Militär öffentlich infrage. Euronews, 07.10.2026
- Am 8. Oktober griff Iran zwei Tanker außerhalb der Straße von Hormus an. Euronews, 08.10.2026