Marco Rubio verteidigt die amerikanische Souveränität mit der Entschlossenheit eines Gastes, der im Restaurant die Hausordnung verlangt und dann erklärt, sie gelte selbstverständlich nicht für seinen Tisch. Internationale Gerichte findet er vorbildlich, solange sie über andere urteilen. Nähert sich ihre Zuständigkeit amerikanischen Interessen, werden sie über Nacht zum „Schurkengericht“, das man finanziell trockenlegen muss.

Sein Satz der Woche, Washington werde notfalls „das Gericht beenden“, hat immerhin den Vorteil der Klarheit. Es ist die Logik eines Schiedsrichters, der das Spiel abpfeift, sobald er selbst die gelbe Karte sieht, und anschließend den Rasen verklagt.

Rubio glaubt fest an eine regelbasierte Weltordnung. Er möchte die Regeln nur gern vorher lesen dürfen, und zwar als Einziger.

Der Rest der Welt darf derweil versuchen, die Fußnoten zu entziffern. Und am selben Tag einer Den-Haag-Juristin zum Friedensnobelpreis gratulieren.

Fakten zum Roast

  • Rubio kündigte am 9. Oktober 2026 Sanktionen gegen den IStGH als Institution an und erklärte, entweder beende das Gericht seine Drohungen oder die USA beendeten das Gericht. Al Jazeera, Mediaite
  • Dieser Text ist ein satirischer Meinungsbeitrag über öffentliche Äußerungen und politisches Handeln.