Frankreich und die Niederlande haben am Mittwoch in Paris offiziell die erste Sitzung ihrer Nuclear Steering Group abgehalten. Delegationen elegant gekleideter Beamter aus dem Élysée, dem Büro des niederländischen Regierungschefs sowie den Verteidigungs- und Außenministerien kamen zusammen, um ernsthaft über die strategische Zukunft der Bombe auf dem europäischen Kontinent zu sprechen.
Anders als der Name in einem Land vermuten lässt, das auch neue Kernkraftwerke plant, geht es nicht um Strom: Das Treffen folgt auf Emmanuel Macrons Rede auf dem U-Boot-Stützpunkt Île Longue, wo er europäischen Partnern strategische Dialoge über eine sogenannte vorgeschobene Abschreckung anbot. Die niederländische Regierung suchte eifrig die gereifte Expertise eines Staates, der seine Bürger jahrzehntelang davon überzeugt hat, dass Atomsprengköpfe im Grunde eine raffinierte und kulturell akzeptable Versicherungspolice sind.
Das Treffen war von der üblichen diplomatischen Choreografie geprägt, bei der Fragen buchstäblicher Vernichtung sofort in beruhigendes Verwaltungsvokabular übersetzt werden. Beide Seiten besprachen engere bilaterale Zusammenarbeit und strategische Abstimmung und einigten sich auf einen Weg nach vorn, eine amtliche Formel, die zahlreiche weitere Sitzungen mit teurem Catering und bemerkenswert vagen Pressemitteilungen garantiert. Wohin dieser Weg führt, steht nicht in der Pressemitteilung, und bei Abschreckung ist genau das offenbar der Sinn.
Was wirklich passiert ist
- Am 14. Oktober 2026 trafen sich Frankreich und die Niederlande in Paris zur ersten Sitzung ihrer Nuclear Steering Group: Vertreter des Élysée, des Büros des niederländischen Ministerpräsidenten sowie der Verteidigungs- und Außenministerien.
- Es geht um nukleare Abschreckung, nicht um Atomenergie. Anlass ist Macrons Rede auf der Île Longue mit dem Angebot strategischer Dialoge über „vorgeschobene Abschreckung“. Ergebnis laut Mitteilung: engere Zusammenarbeit und ein vereinbarter „Weg nach vorn“.
- Quellen: Government of the Netherlands, Élysée