Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen. Anderswo wäre das eine Randnotiz. Hierzulande ist es eine gute Nachricht, denn das Statistische Bundesamt musste seine erste Schätzung sogar nach oben korrigieren, von 0,2 auf 0,3 Prozent. Man feiert also ein Zehntel.
Gleichzeitig hat die Bundesregierung ihre Erwartung für das ganze Jahr halbiert, von 1,0 auf 0,5 Prozent, mit Verweis auf den Krieg im Nahen Osten. Das ist die deutsche Konjunktur in einem Satz: Die Gegenwart ist etwas besser als befürchtet, die Zukunft deutlich schlechter als versprochen.
„Wachstumsimpulse“ sind das wirtschaftspolitische Gegenstück zum Placebo: Sie wirken vor allem, solange alle fest daran glauben.
Die Hoffnung ruht auf dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, also auf Schulden mit besserem Namen. Falsch ist das nicht: Brücken, Schienen und Netze waren lange genug ein Sparmodell. Doch zwischen Beschluss und Bagger liegt in Deutschland traditionell ein Planfeststellungsverfahren. Und das wächst zuverlässiger als jedes Bruttoinlandsprodukt.
Was wirklich passiert ist
- Das BIP stieg im 2. Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent, nach zunächst gemeldeten 0,2 Prozent. Destatis, 25.08.2026
- Die Bundesregierung senkte ihre Wachstumserwartung für 2026 von 1,0 auf 0,5 Prozent und verweist auf den Konflikt im Nahen Osten. Bundesregierung