Im November trifft sich die Welt in Antalya zur nächsten UN-Klimakonferenz, und schon die Organisation ist ein Kompromiss. Die Türkei ist Gastgeberin und stellt den Konferenzpräsidenten. Australien leitet die Verhandlungen. Eine Vorkonferenz findet zusätzlich in einem pazifischen Inselstaat statt, also dort, wo der Meeresspiegel nicht verhandelt wird, sondern einfach steigt.
Auf der Tagesordnung stehen neue nationale Klimapläne, Geld für Anpassung und der Ausgleich von Schäden. Das ist die ehrliche Fassung des Klimaschutzes im Jahr 2026: Man plant nicht mehr nur, wie sich die Erwärmung bremsen lässt, sondern vor allem, wer die Rechnung für die bereits eingetretene bezahlt.
Seit Glasgow soll ein Gipfel nach dem anderen das 1,5-Grad-Ziel „am Leben halten“. Inzwischen liegt es auf der Intensivstation und bekommt erstaunlich viel Besuch.
Zwei Wochen lang werden Delegationen um Formulierungen ringen. Das ist weniger absurd, als es klingt: In Klimatexten entscheidet ein einziges Wort darüber, ob Staaten etwas tun sollen oder müssen. Die Atmosphäre liest allerdings nicht mit. Sie rechnet nur.
Was wirklich passiert ist
- Die COP31 findet vom 9. bis 20. November 2026 in Antalya statt. Die Türkei ist Gastgeberin und stellt die Präsidentschaft, Australien übernimmt den Vorsitz der Verhandlungen, eine Pre-COP ist in einem pazifischen Inselstaat geplant. Übersicht COP31
- Beim Gipfel in Glasgow 2021 (COP26) lautete das Motto, das 1,5-Grad-Ziel „am Leben zu halten“.