Die Huthis haben die Inseln Groß- und Klein-Hanish im Roten Meer eingenommen. Kahle Felsen, auf denen wenig mehr steht als Leuchtfeuer und Militärposten, die aber genau dort liegen, wo sich der Seeweg zwischen Asien und Europa durch das Bab al-Mandab zwängt. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten ihre Anlagen dort erst Anfang des Jahres abgebaut. Man räumt eben ungern auf, um dann festzustellen, dass jemand anderes einzieht.

Fast zeitgleich wurden in Oman geplante Gespräche zwischen Iran und mehreren Golfstaaten verschoben, auf Wunsch Saudi-Arabiens und ausdrücklich „vorerst“. Verhandelt werden sollte über einen Korridor durch die Straße von Hormus, die seit Ende Februar weitgehend gesperrt ist. Die Region verfügt damit über zwei blockierte Meerengen und keine einzige Gesprächsrunde, die tatsächlich stattfindet.

Diplomatie am Golf funktioniert wie ein Fährbetrieb bei Sturm: Es gibt einen Fahrplan, aber niemand rechnet ernsthaft damit, dass er gilt.

Aufschlussreich ist, wohin die Welt dabei schaut. In zwei Wochen Kämpfen wurden im Jemen mehr als 80.000 Menschen vertrieben. Die Schlagzeilen aber zählen Tanker, Ölpreise und Versicherungsprämien. Mitgefühl ist in der Geopolitik offenbar ein Rohstoff wie jeder andere: Sein Kurs steigt mit dem Barrelpreis.

Was wirklich passiert ist

  • Die Huthis haben die Inseln Groß- und Klein-Hanish eingenommen, die zuvor von Verbündeten der Emirate kontrolliert wurden. Die Emirate hatten ihre militärische Infrastruktur dort Anfang 2026 abgebaut. Mehr als 80.000 Menschen wurden binnen zwei Wochen vertrieben. Euronews, 14.09.2026
  • Gespräche zwischen Iran und Golfstaaten in Oman über eine Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus wurden auf Wunsch Saudi-Arabiens verschoben. NPR, 14.09.2026