Der BER hat seinen Ruf als ewige Baustelle irgendwann überlebt. Jetzt bekommt er eine neue. Der Ausbau des Regierungsflughafens am BER sollte laut Beschluss von 2022 rund 344 Millionen Euro kosten. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler, der das Projekt in sein aktuelles Schwarzbuch aufgenommen hat, könnten es bis zu 2,5 Milliarden werden. Fertig sein soll alles spätestens 2038.
Geplant sind Hangars, Verwaltungsgebäude, rund 1.100 neue Stellen und 26 Abstellpositionen für Flugzeuge. Die Flugbereitschaft der Bundesregierung besitzt derzeit 15 Flugzeuge und drei Hubschrauber. Man baut also vorsorglich Parkplätze für eine Flotte, die es nicht gibt, an einem Flughafen, der selbst lange nur auf dem Papier existierte.
Berlin hat aus dem BER genau eine Lektion gelernt: Wenn der Zeitplan ohnehin nicht hält, legt man ihn am besten gleich ins nächste Jahrzehnt.
Der Steuerzahlerbund nennt das Vorhaben ein Prestigeprojekt und fordert einen Stopp. Die Bundesregierung dürfte das anders sehen. Ein Regierungsterminal ist schließlich der einzige Ort im Land, an dem Abflüge garantiert pünktlich sind: Die Maschine wartet einfach, bis die Ministerin da ist.
Was wirklich passiert ist
- Der Ausbau des Regierungsflughafens am BER war 2022 mit 344 Millionen Euro veranschlagt. Laut Bund der Steuerzahler und Bundesanstalt für Immobilienaufgaben könnten es bis zu 2,5 Milliarden Euro werden, Fertigstellung spätestens 2038. Euronews, 01.10.2026
- Der BER selbst eröffnete am 31. Oktober 2020, rund neun Jahre nach dem ursprünglich geplanten Termin.