Gute Nachrichten, ausnahmsweise mit Zahlen: Deutschland ist laut OECD-Beschäftigungsausblick die einzige der fünf großen europäischen Volkswirtschaften, in der die Reallöhne zwischen Anfang 2026 und Anfang 2027 durchgehend steigen sollen. Für Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien werden Rückgänge erwartet. Am stärksten trifft es Italien, wo die Reallöhne im dritten Quartal 2026 um 1,9 Prozent unter dem Stand vom Jahresanfang liegen sollen. Großbritannien folgt mit bis zu minus 1,6 Prozent.

Der deutsche Vorsprung hat einen nüchternen Grund: Der Mindestlohn stieg Anfang 2026 um 8,4 Prozent auf 13,90 Euro und soll 2027 um weitere 5 Prozent auf 14,60 Euro steigen. Das hilft gerade im unteren Lohnbereich, obwohl die Inflation im September geschätzt bei 3,3 Prozent lag. Das deutsche Lohnwunder ist also weniger Wunder als Gesetzblatt.

Die Reallöhne steigen. Die Miete hat davon gehört und bereitet bereits eine Stellungnahme vor.

Wichtig ist das Kleingedruckte. Es handelt sich um eine Prognose, und Durchschnittswerte zahlen keine Nebenkostenabrechnung. Wer in einer Großstadt wohnt, mit Öl heizt oder viel Diesel tankt, kann trotz Lohnplus weniger übrig haben. Ökonomen messen die Kaufkraft mit beeindruckender Präzision. Supermärkte bestehen trotzdem darauf, einzelne Kundinnen abzurechnen und keine Statistik.

Was wirklich passiert ist

  • Laut OECD-Beschäftigungsausblick 2026 sollen die Reallöhne zwischen dem ersten Quartal 2026 und dem ersten Quartal 2027 in Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien sinken, in Deutschland steigen. Genannt werden der Mindestlohnanstieg um 8,4 % Anfang 2026 und um 5 % 2027. Euronews, 08.10.2026
  • Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 2026 13,90 Euro und 2027 14,60 Euro pro Stunde.