Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hat sich am Mittwochabend in einer Fernsehansprache an die protestierenden Schülerinnen und Schüler gewandt. Seit Wochen blockieren sie Schulen, um gegen überfüllte Klassen, fehlende Lehrkräfte und marode Gebäude zu protestieren. Lecornu sagte, die Regierung sei gegenüber diesen Forderungen nicht gleichgültig, und versprach bis Ende Oktober einen Plan: mehr Vertretungslehrkräfte, Gebäudesanierungen, neue Stundenpläne. Einen deutlichen Anstieg der Bildungsausgaben lehnte er ab. Die Gewerkschaften fordern 10 Milliarden Euro zusätzlich, der Haushalt sieht 1,2 Milliarden vor.

Die Bilanz der Proteste ist bedrückend. Hunderte Schüler, Polizisten und Lehrkräfte wurden verletzt, mehr als 6.500 Menschen festgenommen, die meisten minderjährig. Nachdem ein 15-Jähriger Berichten zufolge eine Hand verloren hatte, setzte die Regierung den Einsatz von Blendgranaten bei Schulprotesten aus. Lecornu bestritt, dass die Polizei Anweisung zur Konfrontation habe.

Der Staat kann innerhalb einer Woche 6.500 Jugendliche festnehmen. Für eine funktionierende Heizung im Klassenzimmer braucht er bis Ende Oktober einen Plan.

Am Donnerstag kündigte Bildungsminister Édouard Geffray 3.000 zusätzliche Lehrkräfte an, „innerhalb der nächsten Stunden“. Die Schüler blieben skeptisch, für den 13. Oktober ist der nächste Aktionstag angesetzt. Bildung sei die wichtigste Investition in die Zukunft, sagen Politiker gern. Die Zukunft fragt nun, warum ihr Schulklo seit Jahren außer Betrieb ist.

Was wirklich passiert ist

  • Lecornu sprach am 7. Oktober 2026 im Fernsehen, versprach einen Plan bis Ende Oktober und verwies auf 1,2 Milliarden Euro zusätzlich im Haushalt. Gewerkschaften fordern 10 Milliarden. Mehr als 6.500 Menschen, überwiegend Minderjährige, wurden festgenommen. AFP via Yahoo, Euronews
  • Frankreich setzte Blendgranaten bei Schulprotesten aus, nachdem ein 15-Jähriger eine Hand verloren hatte. France 24
  • Am 8. Oktober kündigte die Regierung 3.000 zusätzliche Lehrkräfte an. Al Jazeera