Katar hat diese Woche erneut vor den weltweiten wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges gewarnt und gleichzeitig betont, dass die Gespräche über ein Kriegsende weiterlaufen. Das Emirat unterstützt das im August geschlossene Verteidigungsbündnis von Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan, hält eine Diskussion über einen eigenen Beitritt aber für verfrüht. Bereits Ende September hatte Außenamtssprecher Majed Al Ansari die Belastung für die Weltwirtschaft „unerträglich“ genannt und gefragt, wie lange sie die Folgen noch aushalte.

Katar weiß, wovon es spricht. Iranische Raketen trafen im Verlauf des Krieges die riesige Flüssiggasanlage Ras Laffan, laut Schätzungen von JPMorgan fielen dadurch rund 17 Prozent der Produktionskapazität aus. Aus dem Golf kommen nicht nur Öl und Gas, sondern auch Harnstoff und Ammoniak für Dünger, Helium, Aluminium und Petrochemie. Wenn Hormus zu ist, merkt man das also nicht nur an der Tankstelle, sondern auch im Brotpreis.

Kriege werden national beschlossen. Die Rechnung kommt mit internationalem Verteiler.

Das Emirat versucht, gleichzeitig Vermittler, Betroffener und Bündnispartner in spe zu sein. Das ist ungefähr so entspannt wie eine Paartherapie, bei der der Therapeut selbst einen Wasserschaden in der Wohnung hat. Alle Beteiligten fordern Stabilität. Nur versteht jeder darunter etwas anderes.

Was wirklich passiert ist

  • Katar erklärte Anfang Oktober 2026, die Gespräche über ein Kriegsende seien aktiv, unterstütze das Verteidigungsbündnis von Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan, ein Beitritt sei aber noch kein Thema. Euronews via Yahoo
  • Sprecher Majed Al Ansari nannte die wirtschaftliche Belastung Ende September „unerträglich“. Euronews via Yahoo
  • Die Angaben zu Ras Laffan beruhen auf JPMorgan-Schätzungen. Jerusalem Post