Der türkische Getreidefrachter „Royad Mammadov“ ist am Montag nach einem Drohnenangriff im Schwarzen Meer gesunken. Das 139 Meter lange Schiff war vom ukrainischen Donauhafen Ismajil nach Ravenna in Italien unterwegs und ging rund 30 Seemeilen südlich des rumänischen Hafens Sfântu Gheorghe in Rumäniens ausschließlicher Wirtschaftszone unter. Zwei Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, nach rumänischen Angaben auch der Kapitän. Elf Menschen wurden gerettet, drei davon verletzt. Die Besatzung stammte aus Aserbaidschan und Indien.
Präsident Wolodymyr Selenskyj machte Russland verantwortlich. Rumänische Behörden haben sich zur Urheberschaft nicht geäußert, eine unabhängige Bestätigung gibt es bisher nicht. Einen Tag später stellte Bulgarien die Suche nach zehn Seeleuten eines weiteren türkischen Frachters ein, der ebenfalls nach einem Drohnenangriff gesunken war.
Auf Konferenzen heißt das Ernährungssicherheit. Auf See heißt es: Kapitän tot, Ladung auf dem Meeresgrund.
Jeder Angriff treibt Versicherungsprämien und Frachtkosten nach oben, und am Ende zahlen das Länder, die auf Getreideimporte angewiesen sind, oft die ärmsten. Regierungen betonen regelmäßig, wie wichtig sichere Handelswege seien. Das stimmt. Der Welthandel funktioniert deutlich besser, wenn Schiffe ihren Zielhafen erreichen und nicht als Fußnote in einer Protestnote enden.
Was wirklich passiert ist
- Die „Royad Mammadov“ sank am 5. Oktober 2026 nach einem Drohnenangriff in Rumäniens Wirtschaftszone. Zwei Tote, elf Gerettete. Selenskyj beschuldigte Russland, Rumänien äußerte sich nicht zur Urheberschaft. Kyiv Post, UPI
- Bulgarien stellte am 6. Oktober die Suche nach zehn Seeleuten eines weiteren versenkten Frachters ein. Euronews
- Die Angaben zu Vermissten weichen je nach Quelle leicht ab.