Die französische Regierung hat erneut einen Sparhaushalt vorgelegt, der das gewaltige Haushaltsdefizit senken und die normalen Bürger zugleich vor den Folgen schützen soll. Frankreich kämpft mit wachsenden Schulden, steigenden Zinsen und dem Druck, die Staatsausgaben in den Griff zu bekommen. Die Minister beteuern, sorgfältig gezielte Einsparungen und Strukturreformen würden die Finanzen stabilisieren, ohne Haushalte unnötig zu belasten. Ein ehrgeiziges Vorhaben, ungefähr so, als verspreche man, ein Schwimmbecken zu leeren, ohne Wasser abzulassen.
Die Regierung spricht begeistert von Effizienz, Modernisierung und Haushaltsdisziplin, drei Begriffen, die meist bedeuten, dass jemand bald weniger Geld bekommt und dazu noch zur Verbesserung beglückwünscht wird.
Jedes Ministerium muss sparen, auch wenn natürlich jedes Ministerium seine eigenen Ausgaben für absolut unverzichtbar hält. Das Ergebnis ist eine prachtvolle bürokratische Schatzsuche, bei der Beamte verzweifelt nach überflüssigen Ausgaben suchen, am liebsten in einem anderen Ressort. Den Bürgern wird derweil versichert, öffentliche Leistungen blieben geschützt, Steuern blieben vernünftig und Opfer würden gerecht verteilt. Frankreich will offenbar eine Wirtschaftsoperation durchführen, ohne den Patienten zu berühren.
Das Defizit zeigt leider wenig Interesse an politischen Versprechen. Doch Paris bleibt zuversichtlich, dass genug Ausschüsse, Konsultationen und wunderschön formatierte Tabellen ein paar Milliarden Euro irgendwann aus purer Verwaltungserschöpfung verschwinden lassen.