Die Deutsche Bahn kämpft weiterhin mit Pünktlichkeit, alternder Infrastruktur und den Störungen durch umfangreiche Netzsanierungen. Im September kamen nur 52,4 Prozent der Fernzüge pünktlich an, nach 55,3 Prozent ein Jahr zuvor, und das Unternehmen verweist auf Baustellen an Hauptstrecken und Knoten sowie eine lange Liste technischer Störungen. Das Ziel von Bahnchefin Evelyn Palla von mindestens 60 Prozent für 2026 ist nicht mehr zu erreichen, und seit Anfang Oktober ist die Strecke Berlin Hannover für rund vierzehn Monate Sanierung gesperrt.

Jahre der Unterinvestition und überlastete Korridore haben den Fernverkehr unzuverlässig gemacht, während genau die Projekte, die das Netz reparieren sollen, kurzfristig neue Verspätungen erzeugen. Deutsche Ingenieurskunst genießt international einen Ruf für Präzision, Zuverlässigkeit und Liebe zum Detail, was die Schwierigkeiten der Bahn zu einem besonders unbequemen nationalen Widerspruch macht. Fahrgäste kaufen Tickets über ausgefeilte digitale Plattformen, erhalten detaillierte Reiseinformationen und sehen ihre Anschlüsse in Echtzeit verschwinden.

Bahnverantwortliche erklären, die Störungen seien nötig, um künftig ein zuverlässigeres Netz zu schaffen, eine Aussage, die mit jedem Mal weniger überzeugt, wenn sie Menschen auf einem Bahnsteig unter einer Anzeigetafel mit zunehmend fantasievollen Schätzungen vorgetragen wird. Deutschland bleibt entschlossen, seine Züge wieder in den Takt zu bringen. Der Fahrplan scheint derweil seine eigenen Bedingungen auszuhandeln.

Was wirklich passiert ist

  • Betriebliche Pünktlichkeit im DB-Fernverkehr im September 2026: 52,4 % (September 2025: 55,3 %); Reisendenpünktlichkeit 58,6 %; Regionalverkehr 88,2 %.
  • Das Ziel von Bahnchefin Evelyn Palla von mindestens 60 % für 2026 wird absehbar verfehlt (dpa). Die Strecke Berlin Hannover ist seit Anfang Oktober für rund 14 Monate gesperrt.
  • Quellen: Deutsche Bahn, infranken.de (dpa)