Die Deutsche Bahn hat bekanntgegeben, dass im September 2026 nur 52,4 Prozent der Halte ihrer Fernzüge pünktlich waren, was bestätigt, dass Ankommen zur angekündigten Zeit ein immer ehrgeizigeres Konzept wird.
Die Bahn hat allerdings eine geniale Lösung entwickelt: Züge mit bis zu fünf Minuten und 59 Sekunden Verspätung gelten offiziell als pünktlich. Deutsche Ingenieurskunst ist offenbar an dem Punkt angekommen, an dem man die Leistung am einfachsten verbessert, indem man mit der Uhr verhandelt. Das Unternehmen macht veraltete Infrastruktur, Baustellen und technische Störungen verantwortlich. Fahrgäste haben derweil ausgefeilte Überlebensstrategien entwickelt, mit Notproviant, Ausweichverbindungen und der stillen Einsicht, dass eine Fahrt von Hamburg nach Berlin die logistische Vorbereitung einer Himalaya-Expedition erfordern kann.
Man kann sich die Verwirrung vorstellen, wenn ein Zug tatsächlich zur geplanten Minute ankäme. Fahrgäste würden eine technische Störung vermuten. Das Bahnpersonal würde vielleicht den Notarzt rufen. Der Vorstand würde vermutlich einen Ausschuss einsetzen, der klären soll, wie der Fahrplan versehentlich gestimmt hat. Die Bahn verspricht weiter Besserung, doch Fahrgäste haben gelernt, diese Ankündigungen mit demselben Vertrauen zu lesen, das sie den Anzeigetafeln entgegenbringen.
Vielleicht sollte das Unternehmen die Ankunftszeiten einfach ganz abschaffen oder durch drei Kategorien ersetzen: Heute, Wahrscheinlich morgen und Bitte nicht mehr fragen.
Was wirklich passiert ist
- Laut Deutscher Bahn lag die Pünktlichkeit im Fernverkehr im September 2026 bei 52,4 Prozent (September 2025: 55,3 Prozent). Als pünktlich zählt ein Halt mit weniger als sechs Minuten Verspätung. Das Jahresziel von 60 Prozent wird voraussichtlich verfehlt.
- Quellen: Deutsche Bahn, reisetopia