Europas grüne Wende kommt wunderbar voran, solange niemand zu genau auf die tatsächlichen Emissionen schaut. Laut einer Analyse vom September 2026 sanken die CO2-Emissionen der EU im ersten Halbjahr um 2 Prozent, kaum die Hälfte des jährlichen Tempos, das für das Klimaziel 2030 nötig wäre. In diesem Tempo erreicht Europa dieses Niveau um 2034. Die Atmosphäre hat der von Brüssel bevorzugten Frist leider noch nicht zugestimmt.
Die EU-Kommission kündigt weiter ehrgeizige Energiepläne an, samt beeindruckender Ziele, bunter Grafiken und genug optimistischer Sprache, um ein kleines Land mit Strom zu versorgen. Echte Stromnetze brauchen derweil Bauarbeiten, Investitionen und deutlich mehr als begeisterte PowerPoint-Präsentationen. Fairerweise: Erneuerbarer Strom wächst, und die Emissionen sinken tatsächlich. Das Problem ist, dass Politiker ein bemerkenswertes Talent entwickelt haben, künftige Erfolge so zu verkünden, als sei die Verkündung selbst schon ein Erfolg.
Ein Kohlekraftwerk lässt sich nicht abschalten, indem man es als ökologisch bedauerlich bezeichnet. Und eine Gaspipeline wird nicht nachhaltig, weil jemand in Brüssel einen grünen Aufkleber auf den Ordner mit ihren Unterlagen geklebt hat. Vielleicht sollte die Kommission den Klimawandel einfach verwaltungstechnisch für erledigt erklären. Der Planet mag sich weiter erwärmen, aber dann wenigstens unter Verstoß gegen europäisches Recht.